Einige Fragen zur
Internet-Literatur?


Was ist das Internet? Was ist Literatur?

An diesen beiden Kernfragen dürfte ein auf Endgültigkeit zielender Definitionsversuch scheitern.

Die Metapher des Netzes beschreibt die Verbindung von Computern und(?) deren Benutzern nicht ausreichend. Die multiple Vernetzung entzieht sich jeder bildlichen Vorstellungskraft. Die Schnittstellen mit denen man auf das Netz zugreifen kann, reduzieren das Netz auf ein fassbares Bild. Dabei ist dieses Bild abhängig von der Schnittstelle, die man benutzt (Unterschiedliche Browser, E-Mail, FTP, Chat).

Literatur ist, laut Metzler Literaturlexikon, im umfassendsten Sinne jede Form schriftlicher Aufzeichnung. Eingrenzend kann man sich vielleicht auf den kunstvollen Umgang mit Sprache einigen, und wenn nicht, grenzt man eben noch weiter ein. Was ist Kunst? Nur nebenbei gefragt.


Was bedeutet die Zusammenfügung von Internet und Literatur?

Für viele nur: AMAZON.DE

Die brauchen eigentlich gar nicht weiterlesen. Mal ins Unreine gesprochen: Ich habe etwas Kunstvolles, dessen wesentlicher Bestandteil geschriebene Sprache ist, und das findet in irgendeiner Form im Netz statt.

Reicht das? Für manche schon. Doch dann sollte man sich fragen: Gibt es Zeitungs-Literatur? Gibt es Magazin-Literatur? Vielleicht sogar Fernseh-Literatur? Zumindest sind dies keine sprachlichen Allgemeinplätze. Gibt es in diesen Medien keine Literatur? Wohl schon, jedoch ist das Medium nicht wesentlicher Bestandteil der Literatur.

Wie kann das Medium Internet wesentlicher Bestandteil von Literatur sein?

Assoziationsblaster
GenerationenProjekt
Hilfe!
23:40

Meinte zumindest die Jury des
1. Ettlinger Internet-Literaturwettbewerb 1999

Warum soll ich den Begriff Internet-Literatur definieren?

Jede Kategorisierung hat ihre Schwächen. Dem Autor hilft das meistens wenig. Aber wenn man sich Gedanken darüber macht, was den Internet-Literatur sein könnte, kommt man vielleicht auf dumme Gedanken und produziert selber welche. Wäre doch nett, oder?


Warum stelle ich diese Fragen?

Um eine Entschuldigung für meine unfertigen Antworten zu haben. Als Reibungspunkte vielleicht.
Im Leben kommt es auf die richtigen Fragen an, gute Antworten zu falschen Fragen sind nutzlos.

Philipp Pulger (3/98)

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